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Die Stoffe

Stoff ist nicht gleich Stoff. Die Stoffe werden auf der einen Seite durch das Herstellverfahren (Super 100, etc.) und auf der anderen Seite durch das Material unterschieden. Die Bezeichnungen wie Super 100-160 findet man auf jedem besseren Anzug aus Schurwolle. Sie bezeichnen die Feinheit des versponnenen Wollgarns z. B. Super 100 bezeichnen, dass 100 Meter des Garns ein Gramm wiegen. Je höher die Zahl, desto feiner das Garn; derzeit (2008) werden bis Super 220 für sehr feine und teure Stoffe verarbeitet. Da die Bezeichnung jedoch nicht geschützt ist sollte auf den jeweiligen Stoffhersteller geachtet werden.  da könnte eine Verlinkung zu einer Auflistung dieser Stoffhersteller stehen. Beim Spinnen mittels präziser hoch elektronischer Spinnmaschinen, welche auf einen Mikrometer genau arbeiten, wird die zu spinnende Wolle in einen langen Faden gesponnen. Je dünner und damit auch je länger (pro Kilogramm Wolle) dieser Faden wird, desto höher ist die Qualität. Selbstverständlich ist ein bestimmter Herstellungsprozess notwendig, um aus reiner Wolle einen edlen verarbeitbaren Stoff herzustellen.

Vereinfacht kann man sich dies wie folgt vorstellen:

Die Schurwolle wird z.B. von einem Schaf geschoren und gesammelt. Bei hochwertigeren Fellen wird lediglich so genanntes Flaumhaar heraus gekämmt bzw. gesammelt. Anschliessend wird das Wollfett ausgewaschen und die Wolle von Verunreinigungen gesäubert. Nach einer Trocknungsphase werden die sauberen Tierhaare so lange mechanisch bearbeitet (Lockern, Kämmen), bis sie verspinnt werden können. Das Spinnen geschieht natürlich nicht mehr an alten Spinnrädern, wie man sie aus dem Märchen oder dem Museum kennt, sondern sind mittlerweile präzise hochelektronische Spinnmaschinen, die auf einen Mikrometer genau arbeiten. Die zu spinnende Wolle wird nun in einen langen Faden gesponnen. Je dünner und damit auch je länger (aus demselben Kilogramm Wolle) dieser Faden wird, desto höher ist die Qualität.

Rohstoffe für hochwertige Gewebe

Wolle

Wie bereits erwähnt, steht am Anfang der Herstellung die Schur der Schafe. Ein bis zweimal im Jahr wird hierbei dem Schaf sein bis zu fünf Kilogramm schweres Wollkleid (Vlies) geschoren. Die besten Vliese liefert dabei das Merinoschaf, eine ursprünglich aus Spanien stammende Rasse, welche jedoch im Laufe der Zeit weltweit angesiedelt wurde. Wollstoffe sind selbst bei sehr feiner Verarbeitung relativ knitterresistent und wirken Temperatur ausgleichend und eigenen sich deshalb auch für sommerliche Outfits. Die Bezeichnung «Reine Schurwolle» garantiert, dass diese Wolle vom lebenden Schaf geschoren wurde und erstmals zu einem Textil verarbeitet wurde. Wohingegen «Reine Wolle» aus Produktionsabfällen und Lumpen gewonnen wird.

Kaschmir

Kaschmir wurde nach einer Landschaft im nordwestlichen Himalaja benannt. Bekleidungsstücke aus Kaschmir gelten als das Feinste, was die Textilindustrie zu bieten hat. Grundlage für diesen erlesenen Stoff ist das weiche Unterhaar der Kaschmirziege. Dieses wird nicht wie beim Schaf geschoren, sondern vorsichtig ausgekämmt. Die erzielte Ausbeute ist dabei sehr gering. Zwischen 150 und 200 Gramm der begehrten Haare liefert ein Bock, weiblichen Tiere liefern sogar nur durchschnittlich 100 Gramm des Rohstoffes. Die hochwertigsten Kaschmirqualitäten stammen aus der Inneren Mongolei. Bezeichnend für Kaschmirstoffe ist ihr unnachahmlicher Schimmer, sie fühlen sich angenehm weich an und sind trotzdem unempfindlich und bequem zu tragen, ähnlich wie feine Wollstoffe. Kaschmir wird hauptsächlich für Mäntel, Pullover und Schals genutzt.

Angora

Irrtümlicherweise stammen die Angorafasern nicht wie oft geglaubt von der Angoraziege (die liefert Mohair), sondern vom Angorakaninchen. Die wunderbar feinen und weichen Fasern werden meist zusammen mit Schurwolle verarbeitet. Trotz ihres geringen Gewichtes sind Stoffe mit Angoraanteil kuschelig warm und besitzen isolierende Wirkung.

Mohair

Die erwähnte Angoraziege verdankt ihren Namen der türkischen Stadt Ankara. Schon im 12. Jahrhundert war das Umland dieser Stadt von Angoraziegen besiedelt. Das feine, lange, seidige Haar wird meist, genau wie Angora, mir Schurwolle zusammen verarbeitet und ergibt dann ein begehrtes Mischgewebe, welches sehr leicht zutragen ist. Der Mohairanteil verleiht dem Gewebe einen attraktiven Glanz. Die grosse Beliebtheit dieser Mischgewebe ist auch auf die hohe Knitterresistenz zurückzuführen.

Seide

Seide wird aus den Kokonfäden einer in Asien beheimateten Schmetterlingsart, dem Maulbeerspinner, gewonnen. Nach Art der Gewinnung unterscheidet man zwischen Maulbeerseide und Wildseide. Die Maulbeerseide ergibt sich aus der Zucht von Raupen, deren Nahrung die Blätter des Maulbeerbaums sind. Um Wildseide zu gewinnen werden die Kokons bereits geschlüpfter Schmetterlinge verwendet. Bei der Gewinnung von Maulbeerseide werden die Raupen durch das Eintauchen des Kokons in kochendes Wasser oder über Wasserdampf getötet, danach kann der Seidenfaden abgewickelt werden. Durch den langen Seidenfaden kann eine glatte Textiloberfläche entstehen. Bei der Tussahseide lassen sich nur kurze Fäden gewinnen, da der geschlüpfte Schmetterling ein Loch im Kokon hinterlässt. Wildseidengewebe hat dadurch eine charakteristisch unregelmässig noppige Oberfläche, die durch Fadenverdickungen entsteht.

Vikunja

Die Steigerung von Kaschmir heisst Vikunja und stammt vom Lama vicungna, der kleinsten in den Anden lebenden Kamelart. Das Fell ist wesentlich feiner als das verwandter Arten und so dicht, dass es wie eine Isolierschicht gegen die Kälte wirkt. Da die Tiere wegen ihres wertvollen Felles in der Vergangenheit fast ausgerottet wurden, stehen sie mittlere Weile unter strengem Schutz. Die daraus resultierende Verknappung der begehrten Fasern bescherte dem Vikunjahaar einen rasanten Preisanstieg. Die Gewinnung der Haare gestaltet sich sehr aufwendig, denn es werden ausschliesslich Haare gesammelt, welche die Tier auf natürliche Weise verlieren.

Alpaka

Das Alpaka ist ein südamerikanisches Kamel. Bei den Inka galt ein Alpaka-Mantel als Zeichen des Wohlstands, die Herrscher der Inka hielten sich grosse Alpaka-Herden, um ihre Macht zu demonstrieren. Die Alpakawolle ist weltweit von der Textilindustrie sehr begehrt. Die Faser zählt neben Kaschmir und Seide zu den edelsten Naturfasern. Weichheit, Feinheit und ein unbeschreiblicher Glanz haben sie so begehrt gemacht. Heute finden wir mehr als 22 natürliche Farben der Alpakafaser. Das Farbspiel reicht von einem tiefen schwarz, braun, grau oder rosagrau bis hin zu reinem weiss. Stoffe mit Alpakaanteil sind angenehm zu tragen und sehr knitterresistent. Neben dem Alpaka liefert auch das Guanako, ebenfalls eine Kamelart, sehr begehrte Haare.

Leinen

Leinen ist ein Stoff pflanzlichen Ursprunges und besteht aus den zu Garn versponnenen Fasern der Flachspflanze. Flachs ist eine der ältesten Kulturpflanzen. Flachs wurde schon von den Ägyptern und anderen Kulturvölker um circa 4000 vor Christus angebaut. Mumien, die bei Pyramidenöffnungen gefunden wurden und in Leinenstreifen gewickelt waren, belegen dies. Die Pflanzen werden mit Wurzeln herausgerissen, damit die Stängel lang bleiben (Raufen). Der getrocknete Flachstängel wird von der Fruchtkapsel und den Leinsamen getrennt (Riffeln). Damit man die Faserbündel leichter gewinnen kann, muss der Pflanzenleim im Stängel der Pflanze zerstört werden. Hierzu wird der Flachs circa 5 bis 8 Tage in warmem Wasser aufgeweicht (Rösten). Nach anschliessender Trocknung in Warmluftöfen werden die Flachsfasern endgültig aus dem Stängel herausgelöst. Dazu werden die Stängel gebrochen und die Holzbestandsteile durch Schwingen separiert. Während dieses Prozesses entsteht der so genannte Langflachs (45 bis 90cm). Beim Hecheln werden verspinnbare Faserbündel durch Auskämmen des Bastes gewonnen. Holzteilchen und Kurzfasern werden so von den Fasern getrennt. Gewebe aus reinem Leinen sind bei hohen Temperaturen wunderbar kühl zu tragen, allerdings haben sie den Nachteil, dass sie leicht knittern.

Baumwolle

Baumwolle wird aus den Samenhaaren der Baumwollpflanze gewonnen. In früheren Zeiten wurde dieser Rohstoff von Hand gepflückt, danach trocknete man die Samenkapseln und zupfte die feinen Fasern von den Kernen. Dieser aufwendige Arbeitsprozess führte dazu, dass zur damaligen Zeit Baumwollstoffe entsprechend teuer waren. Heute geschieht die Trennung von Kern und Wolle maschinell. Dennoch gehören besonders gute Baumwollstoffe wie die ägyptische Mako oder die Sea Island auch heute noch zu den Luxusstoffen. Baumwolle ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken und es gibt sie in einer Vielzahl von Garnen, Stoffarten und Bindungen, als Solomaterial oder zusammen mit anderen Natur- oder Kunstfasern. Je nach Ausrüstung/Gemisch kann Baumwolle flauschig warm oder nüchtern kühl wirken. Einziger Nachteil ist auch hier die hohe Knitteranfälligkeit

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